paygaps

Gehaltsrunde

Wie verteilen Sie die jährliche Gehaltsrunde nach einer klaren Regel?

Die Gehaltsrunde ist die jährliche, dauerhafte Erhöhung des Grundgehalts. Nach einer Regel hängt der Satz jeder Person von ihrer Lage im Gehaltsband ab und, wenn Sie Leistung einbeziehen, von ihrer Leistungsstufe. paygaps rechnet daraus die Erhöhung je Person und die Kosten der Runde und zeigt, ob die Runde neue Unterschiede zwischen Frauen und Männern schafft.

Kosten der Runde3,1 %
Jonas, Controlling
prüft das Budget

Merit-Matrix

Wie funktioniert eine Merit-Matrix?

Eine Merit-Matrix legt für jede Kombination aus Leistungsstufe und Lage im Gehaltsband einen Erhöhungssatz auf das Grundgehalt fest. Wer in derselben Stufe an derselben Stelle im Band steht, bekommt denselben Satz.

Beispiel einer Merit-Matrix: Erhöhung auf das Grundgehalt je Leistungsstufe und Lage im Band. Beispielwerte.
Leistung / Lage im Band1. Quartil2. Quartil3. Quartil4. Quartil
Herausragend6,0 %5,0 %4,0 %3,0 %
Übertrifft Erwartungen5,0 %4,0 %3,0 %2,0 %
Erfüllt Erwartungen4,0 %3,0 %2,5 %1,5 %
Teilweise erfüllt2,0 %1,5 %1,0 %0,5 %
Unter Erwartung0,0 %0,0 %0,0 %0,0 %
  • Spalten: die Lage im Gehaltsband, in vier Quartilen vom Minimum bis zum Maximum.
  • Zeilen: die Leistungsstufen aus Ihrer Beurteilung. Ohne Leistung hat die Matrix eine Zeile, und der Satz hängt nur von der Lage im Band ab. Eine allgemeine Erhöhung für alle, etwa als Inflationsausgleich, ist derselbe Satz in allen Feldern.
  • Felder: der Erhöhungssatz. Tief im Band steigt stärker, damit die Spanne nicht auseinanderläuft.
  • Grenze: keine Erhöhung über das Bandmaximum hinaus.
  • Budget: die Summe aller Erhöhungen, als Anteil an der Summe der Grundgehälter. Die Sätze bestimmen, wie es sich verteilt.

Beispiel mit den Werten der Tabelle: Eine Person erfüllt die Erwartungen und liegt im 2. Quartil ihres Bands. Die Matrix sieht 3,0 % vor. Bei 50.000 € Grundgehalt im Jahr steigt es um 1.500 €.

Mehr dazu im Blogartikel Gehaltserhöhung mit der Merit-Matrix.

  • Eine Regel gibt allen in derselben Lage im Band und derselben Leistungsstufe denselben Satz. Unterschiede zwischen Frauen und Männern können trotzdem entstehen: wenn beide Geschlechter im Mittel an verschiedenen Stellen ihres Bands liegen, wenn die Leistungsstufen ungleich verteilt sind oder wenn Abweichungen von der Regel öfter einem Geschlecht zugutekommen. Diese drei Punkte prüfen Sie vor der Entscheidung.

  • Wenn ein sachlicher, geschlechtsneutraler Grund vorliegt, etwa Marktwert, Standort, Berufserfahrung oder eine abgeschlossene Qualifikation. Halten Sie Kategorie und Begründung je Person schriftlich fest. Wählen Sie Sätze nie danach, wie sie die Zahlen nach Geschlecht verändern: Dann würde das Geschlecht selbst zum Kriterium.

  • Die Matrix ist eine Regel für alle und kein Ausgleich für einzelne Gruppen. Eine bestehende Lücke in einer Vergleichsgruppe untersuchen Sie gesondert. Sie begründen sie, wo sachliche Gründe tragen, oder schließen die Lücke mit einem Anpassungsplan aus eigenem Budget.

Art. 6

Nach Art. 6 der Richtlinie (EU) 2023/970 können Beschäftigte nachlesen, nach welchen Kriterien Entgelt und Entgeltentwicklung festgelegt werden.

Die Kriterien müssen objektiv und geschlechtsneutral sein. Eine Matrix mit festen Sätzen je Lage im Band und Leistungsstufe ist ein solches Kriterium für die Entgeltentwicklung, und Sie können es Beschäftigten zeigen. Von den Kriterien der Entgeltentwicklung dürfen die Mitgliedstaaten Arbeitgeber unter 50 Beschäftigten ausnehmen.

Artikel 6 der Richtlinie (EU) 2023/970

So planen Sie die Gehaltsrunde in paygaps

Die Gehaltsrunde liegt in paygaps unter Maßnahmen und rechnet mit denselben Gehaltsdaten wie Analyse und Gehaltsbänder. Sie gehen in fünf Schritten vor.

  • 1. Matrix festlegen

    Je Berichtsjahr legen Sie einen Entwurf an und tragen je Feld einen Satz ein. Der Schalter Leistungsachse fügt die Leistungsstufen als Zeilen hinzu. Gerechnet wird nur in Vergleichsgruppen mit freigegebenem Gehaltsband. Eine aktive Matrix ist festgeschrieben; für eine Änderung archivieren Sie sie und legen eine neue an.

  • 2. Leistungsstufen einlesen

    Mit Leistungsachse importieren Sie die Stufen aus Ihrer Beurteilung als CSV- oder Excel-Datei mit Personalnummer und Stufe. paygaps bewertet niemanden; wer ohne Stufe bleibt, bekommt keine Empfehlung. Die Verteilung der Stufen auf Frauen und Männer bestätigen Sie vor dem Festhalten. Ab fünf Prozentpunkten Unterschied beim Anteil der obersten oder untersten Stufe setzt paygaps einen Hinweis.

  • 3. Kosten und Wirkung prüfen

    Neben der Matrix steht, was die Runde kostet, in Euro und als Anteil an der Grundgehaltssumme, auf Vollzeit gerechnet. Dazu kommt, wie viele Personen am Bandmaximum enden. „Auf Budget skalieren“ bringt alle Felder mit demselben Faktor auf Ihr Zielbudget. Je Vergleichsgruppe zeigt paygaps die Lücke vor und nach der Runde.

  • 4. Abweichen und abstimmen

    Für eine einzelne Person setzen Sie einen anderen Satz, mit Kategorie und Begründung als Pflicht. Eine Tafel stellt den mittleren Satz laut Regel und den wirksamen Satz je Geschlecht gegenüber. Die Empfehlungen geben Sie als Tabelle an die Führungskräfte, auf Wunsch je Abteilung und ohne Angabe des Geschlechts.

  • 5. Festhalten und umsetzen

    Sie halten die Runde mit einem Stichtag fest. Je Person bleibt die Empfehlung mit Regel und Abweichung als Nachweis gespeichert, und bei einer Erhöhung entsteht ein Anpassungsantrag, der geprüft und genehmigt wird. Markieren Sie ihn als umgesetzt, gilt das neue Grundgehalt ab dem Stichtag. An die Lohnabrechnung übertragen Sie es selbst.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zur Gehaltsrunde

Nein. Ein Bonus ist eine einmalige, variable Zahlung und ein eigener Vergütungsbestandteil. Im Entgeltbericht stehen variable Bestandteile getrennt vom Grundgehalt (Art. 9 Abs. 1 Buchst. b, d und e der Richtlinie (EU) 2023/970). Die Gehaltsrunde in paygaps erhöht nur das Grundgehalt und verteilt keine Boni.

Wer unter dem Minimum liegt, zählt zum 1. Quartil und bekommt dessen Satz. Bis zum Minimum hebt die Runde niemanden von selbst an; paygaps weist in der Empfehlung darauf hin. Eine Anhebung legen Sie als eigenen Anpassungsantrag unter Vergütungsanpassungen an, der wie jeder andere genehmigt wird.

Grundsätze der Leistungsbeurteilung sind mitbestimmungspflichtig (§ 94 BetrVG). In paygaps tragen Sie zur Runde die Beurteilungsgrundlage ein, etwa die Betriebsvereinbarung. Der Betriebsrat sieht in seinem Portal die Verteilung der Leistungsstufen nach Geschlecht als Zusammenfassung, nie die Stufe einer einzelnen Person. Das Betriebsrat-Portal gibt es ab dem Tarif Business.

Die importierten Stufen gehören zur Runde und werden mit ihrem Abschluss gelöscht. Die Empfehlung je Person behält ihre Stufe als Nachweis. Vom Import bleiben nur Zahlen und Zuordnung, ohne Bezug zu einzelnen Personen.

Über die Kriterien der Entgeltentwicklung, die Sie in paygaps einmal je Organisation hinterlegen; ohne sie erzeugt paygaps keine Auskunft. Ist für das Berichtsjahr eine Gehaltsrunde aktiv, übernimmt „Aus der Gehaltsrunde übernehmen“ die Lage im Band als Kriterium in das Feld Gehaltsentwicklung, bei einer Matrix mit Leistungsachse auch die Leistung samt Beurteilungsgrundlage.

Demo, 45 Minuten

Eine Gehaltsrunde mit Beispieldaten planen

In einer Demo zeigen wir in 45 Minuten, wie paygaps Erhöhungen nach Band und Leistung verteilt und was sie kosten.
Zwei Kollegen sehen gemeinsam auf ein TabletKI-generiertes Bild