Stellenarchitektur
Stellenarchitektur mit Laufbahnen und Karrierestufen
Begriffe
Was ist eine Stellenarchitektur?
Eine Stellenarchitektur ist die Ordnung aller Stellen eines Unternehmens. Sie zeigt, wo eine Stelle steht und was sich beim nächsten Schritt ändert. Dafür trägt jede Stelle drei Merkmale.
- Jobfamilie
- Stellen mit verwandter Tätigkeit, etwa IT, Logistik oder Finanzen. Große Jobfamilien lassen sich in Subfamilien teilen.
- Laufbahn
- Der Weg, auf dem sich Beschäftigte entwickeln. Häufig sind es drei: Fach (Fachexpertise), Projekt (Projektsteuerung) und Führung (Personalführung).
- Karrierestufe
- Ein Schritt in einer Laufbahn, etwa Professional, Senior und Expert in der Fachlaufbahn. Sie beschreibt, was auf diesem Schritt erwartet wird. Ein Gehalt trägt sie nicht.
Karrierestufe und Vergleichsgruppe
Eine Vergleichsgruppe fasst Stellen zusammen, deren Arbeit nach der Stellenbewertung gleichwertig ist. In ihr wird die Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern gemessen. Die Karrierestufe ordnet den Aufstieg, die Vergleichsgruppe den Vergleich des Entgelts. Eine Stelle trägt beides, unabhängig voneinander: Eine Teamleitung und eine Senior-Fachkraft können in derselben Vergleichsgruppe liegen.
In paygaps hängen Gehaltsbänder an der Vergleichsgruppe, nicht an der Karrierestufe.
Warum Fach- und Führungslaufbahn gleichwertig sein können
Eine Fachlaufbahn erlaubt den Aufstieg ohne Personalverantwortung. Gleichwertig mit der Führungslaufbahn ist sie, wenn ihre Karrierestufen vergleichbar viel verlangen: an Einfluss, Autonomie, Komplexität und Verantwortung. Dann liegen etwa eine Stelle als Expert und eine Abteilungsleitung in denselben Vergleichsgruppen. Wer fachlich wächst, muss für den nächsten Schritt nicht in die Führung wechseln.
Art. 6
Art. 6 verlangt, dass Beschäftigte die Kriterien für Entgelt und Entgeltentwicklung leicht einsehen können.
Die Kriterien müssen objektiv und geschlechtsneutral sein. Von den Kriterien der Entgeltentwicklung dürfen die Mitgliedstaaten Arbeitgeber mit weniger als 50 Beschäftigten ausnehmen. Karrierestufen, deren Erwartungen vorab feststehen, beschreiben die Kriterien für den Aufstieg.
Stand 27.09.2026, noch nicht in deutsches Recht umgesetzt; öffentliche Arbeitgeber sind seit dem 08.06.2026 unmittelbar gebunden. Artikel 6 der Richtlinie (EU) 2023/970
KI-generiertes BildSo bauen Sie die Stellenarchitektur in paygaps auf
Sie legen die Karrierestufen aus einer Vorlage an, beschreiben jede mit Erwartungen und ordnen Ihre Stellen zu.
Erwartungen je Karrierestufe
Vier Sätze sagen, was eine Karrierestufe von der nächsten unterscheidet: Einfluss (auf wen wirkt die Arbeit?), Autonomie (wie viel Anleitung braucht die Person?), Komplexität (welche Art von Problemen?) und Verantwortung (wofür steht die Person gerade?). Dazu kommt auf Wunsch eine Voraussetzung, die der Übergang nachweisbar verlangt, etwa eine Qualifikation als Führungskraft. Erfahrungsjahre sind kein Kriterium.
Karrierestufe 5 / 13 · Korridor: Gruppen 5 bis 6
- Einfluss
- Wirkt auf das eigene Team und dessen Ergebnisse.
- Autonomie
- Organisiert das Team selbst, stimmt Ziele mit der nächsten Ebene ab.
- Komplexität
- Laufende Aufgaben des Teams, Personalfragen und Prioritäten.
- Verantwortung
- Steht für Leistung, Entwicklung und Arbeitsbedingungen der Teammitglieder.
Voraussetzung
Qualifikation als Führungskraft, etwa ein Führungstraining oder nachgewiesene Erfahrung in Personalführung.
Beispiel aus der vollständigen Vorlage.
Korridor und Hinweis an der Stelle
Jede Karrierestufe nennt einen Korridor: die Vergleichsgruppen, in denen ihre Stellen typisch liegen, etwa „Gruppen 5 bis 6“. Liegt eine Stelle außerhalb, zeigt die Stellenseite einen Hinweis. Die Vergleichsgruppe bleibt so, wie die Stellenbewertung sie ergeben hat.
Vorlage mit drei Laufbahnen
„Laufbahnmodell übernehmen“ legt Karrierestufen für Fach, Projekt und Führung an. Die vollständige Vorlage hat 13 (Fach fünf, Projekt vier, Führung vier), die kompakte 8 für kleine Strukturen. Unter 8 Vergleichsgruppen wählt der Dialog die kompakte vor. Die Korridore leitet paygaps aus Ihren Vergleichsgruppen ab. Namen, Erwartungen, Voraussetzungen und Korridore bleiben änderbar.
Stellen in der Matrix zuordnen
Die Matrix zeigt Karrierestufen in Zeilen und Jobfamilien in Spalten. Ziehen Sie eine Stelle in ein Feld, sind Karrierestufe und Jobfamilie gesetzt. Stellen ohne Zuordnung stehen in der Zeile „Ohne Karrierestufe“ oder der Spalte „Ohne Jobfamilie“.
Karrierestufen vorschlagen
Hat eine Stelle eine Vergleichsgruppe, aber keine Karrierestufe, schlägt paygaps die Karrierestufe vor, deren Korridor die Gruppe einschließt. Sie wählen Vorschläge Zeile für Zeile ab.
Jobfamilien und Subfamilien
Die Jobfamilien sind dieselben wie im Stellenkatalog. Haben mehrere Jobfamilien eigene Karrierestufen mit derselben Reihenfolge, führt „Konsolidieren“ sie zu einer übergreifenden zusammen. Die Stellen behalten ihre Zuordnung.
Liste, Karrierepfade, Beschäftigte
Die Liste zeigt jede Karrierestufe mit Rang und Korridor. Die Karrierepfade zeigen je Jobfamilie alle Laufbahnen auf derselben Skala. Die Ansicht Beschäftigte zählt die Personen je Karrierestufe. Tabellen exportieren Sie als CSV, Ansichten als PDF.
Kriterien in der Auskunft
Tragen alle Karrierestufen vollständige Erwartungen, belegt paygaps das Feld „Laufbahn / Beförderung“ in Ihren Kriterien der Entgeltentwicklung vor. Der Text bleibt editierbar. Die Auskunft an Beschäftigte nennt die Karrierestufe der Person neben Stelle und Bereich.
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Häufige Fragen
Häufige Fragen zur Stellenarchitektur
Nein. Entgeltlücke, Auskünfte und Jahresbericht bauen in paygaps auf den Vergleichsgruppen auf, nicht auf den Karrierestufen. Die Karrierestufe zählt nicht in die unbereinigte Entgeltlücke. In die bereinigte Rechnung (OLS-Regression) geht sie nur ein, wenn Sie sie als Faktor zuschalten; ein Hinweis sagt dann, dass sie einen Teil der Lücke wegerklären kann.
In Tarifverträgen wie dem TVöD ist die Stufe die Erfahrungsstufe innerhalb einer Entgeltgruppe. paygaps kennt diese Stufe auch, als Feld bei den Beschäftigten. Damit beides nicht verwechselt wird, heißt der Schritt in der Laufbahn immer Karrierestufe.
Sie ziehen mit. paygaps merkt sich jeden Korridor als Anteil an den Gruppen seiner Laufbahn, nicht als feste Gruppennummer. Einen Korridor, den Sie von Hand gesetzt haben, zieht paygaps ebenfalls anteilig mit und markiert die Karrierestufe mit „Korridor prüfen“. Sobald Sie den angepassten Korridor angesehen und gespeichert haben, verschwindet der Hinweis.
Nein. Die bisherigen Karrierestufen werden archiviert, nicht gelöscht; Berichte und Historie bleiben lesbar. Jede Stelle mit Vergleichsgruppe bekommt aus Gruppe und Laufbahn ihre neue Karrierestufe. Der Dialog zeigt die Zuordnung vorher als Tabelle. Stellen ohne Vergleichsgruppe bleiben ohne Karrierestufe, bis sie bewertet sind.
In jedem Tarif, ab Starter. Wer sie sehen und wer sie pflegen darf, legen Sie je Person über zwei eigene Rechte fest.
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